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Aller Zeitung vom 10.09.2005
Echte Rarität: Ehevertrag von 1600
Zehn Frauen und Männer aus Stüde sind dabei, eine Ortschronik zu erstellen - Fotos gesucht
Seit dreieinhalb Jahren an der Arbeit: Die Stüder Ortschronisten treffen sich immer im BGH (Eilmes-Walz) (ewa) Wann brannten in Stüde erstmals die elektrischen Lichter? Die zehn Mitglieder des Ortschronikteams wissen es. „1924 wurde ein Antrag auf Stromversorgung gestellt, 1932 wurden die Stüder an die Stromversorgung angeschlossen“, antwortete Bernhard Kracht, der dem Team vorsteht.
Seit 3 1/2 Jahren treffen sich die Männer und Frauen jeden ersten Mittwoch im Monat, um zu recherchieren, archivieren oder zu über- setzen. „Eine wahre Sisyphusarbeit“, bestätigt Kracht. „Wir waren im Stadtarchiv, im Kreis- archiv und im Kirchenarchiv von Gifhorn, haben im hannoveranischen Staatsarchiv geforscht, das Celler Kreisarchiv besucht und uns mit den Versorgungsträgern von der Land-Elektrizität bis zum Wasserwerkbetreiber unterhalten.“
Damit die ehrenamtlichen Chronisten auch strukturiert und profimäßig arbeiten können, haben sie ein Wochenendseminar belegt, das sich nur mit der Erstellung von Ortschroniken befaßte. „Wir hatten auch Leute, die uns sehr geholfen haben“ verrät Kracht. Dazu gehört der ehemalige Kreisarchivar Ernst Eberhard Hempel, der eine besondere Beziehung zum kleinen Heideort hat.
Die Idee, eine Ortschronik zu verfassen, hatte einen ganz einfachen Ursprung. „Die Kinder sollten in der Schule über ihren Ort schreiben. Da fiel einigen Bürgern auf, daß es über Stüde leider nicht viel zu schreiben gab“, erläutert Kracht.
Mittlerweile hat das Ortschronikteam wahre Schätze ausfindig gemacht. „Wir haben einen Ehevertrag von 1600. Das ist eine Rarität, auch wenn man die Sprache, in der geschrieben wurde, nur sehr schwer versteht“, so Kracht. Für die Übersetzungen ist Herta Bock zuständig, die diese alten Dokumente lesen und mit Sinn füllen kann. Wann die Chronik fertig sein wird, ist noch unklar.
Was den emsigen Chronisten noch fehlt, sind Bildaufnahmen, die vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Wer über welche verfügt, kann sich bei Reinhard Schulze unter Tel. 05379 - 256 melden.