schließen
GF - Rundschau vom 06.01.2006
Stüder erarbeiten eine Chronik für ihr Dorf
Geschichtsbegeisterte treffen sich seit 4 Jahren
Noch kein Termin für eine Veröffentlichung
Eine Ortschronik entsteht: Harry Sarnow (v.li.), Erika Weidemann, Marion Kracht, Bernhard Kracht, Reinhard Schulze, Gerlinde Schulze und Karl Henneike treffen sich seit vier Jahren (Foto: Ohse) (ohs) Zehn Bürger wissen mehr als andere im Ort. Etwa, wann die elektrischen Lichter in Stüde zu leuchten begannen. "1924 wurde ein Antrag auf Stromversorgung gestellt, 1932 wurden die Stüder an die Stromversorgung angeschlossen", beantwortet Bernhard Kracht, der dem Team der Ortschronisten vor- steht, die Frage.
Seit fast 4 Jahren treffen sich die 10 Männer und Frauen jeden ersten Mittwoch im Monat, um zu recherchieren, archivieren oder zu übersetzen. "Das ist eine wahre Sisy- phusarbeit", bestätigt Kracht. "Wir waren im Stadt-, Kreis- und im Kirchenarchiv von Gifhorn, haben im hannoverschen Staatsarchiv geforscht, das Celler Kreisarchiv besucht und uns mit den Versorgungsträgern von der Landelektrizität bis zum Wasserwerkbetrei- ber unterhalten", zählt er nur einige der Anlaufstellen auf.
Damit die ehrenamtlichen Chronisten auch strukturiert und professionell arbeiten kön- nen, haben sie ein Wochenendseminar belegt, das sich nur mit der Erstellung von Ortschroniken befaßte. "Wir hatten aber auch Leute, die uns sehr geholfen haben", ver- riet Kracht. Dazu gehört der ehemalige Kreisarchivar Ernst-Eberhard Hempel.
Die Idee, eine Ortschronik zu verfassen, hatte einen ganz einfachen Ursprung. "Die Kinder sollten in der Schule über ihren Ort schreiben. Da fiel einigen Bürgern auf, daß es über Stüde leider nicht viel zu schreiben gab", erklärte Kracht .
Mittlerweile aber hat das "Ortschronikteam" wahre Schätze ausfindig gemacht."Wir haben u. a. einen Ehevertrag von 1600 gefunden. Das ist eine Rarität, auch wenn man die Sprache, in der er geschrieben wurde, nur sehr schwer versteht", schwärmt Kracht. Für die Übersetzungen ist Herta Bock zuständig, die diese alten Dokumente nicht nur ins heutige Deutsch übersetzen, sondern auch lesen und mit Sinn erfüllen kann.
Wann die Chronik fertig sein wird ist noch unklar. "Wir setzen uns da nicht unter Druck", meinen die Mitglieder. Vor kurzem haben sie noch Gemeindeprotokolle aus den Jahren 1911-1927 bekommen und Zeugnisbücher von 1959. Und die Ortschronisten hoffen auf weiteres Material.
Fakten
Was noch fehlt sind Bildaufnahmen, die vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Wer über solche und andere Dokumente verfügt, kann sich bei Reinhard Schulze melden: Tel. 05379 - 256