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ALLER - Zeitung vom 06.10.2006
Ortsjubiläum ganz neu datiert
2008 startet 444-Jahr-Feier
Vier Jahre Arbeit stecken drin: Reißenden Absatz fand das Dorfbuch bei seiner Präsentation im Bürgerhaus (Eilmes-Walz) (ewa) Mit Spannung wurde die Veröffent- lichung der Dorfchronik von den Bürgern und Bürgerinnen im beschaulichen Heide- ort erwartet. Dem entsprechend waren im Bürgerhaus bei der Präsentation auch sämtliche Plätze besetzt. Bernhard Kracht gab einen Einblick in die Sisyphusarbeit der Dorfchronisten.
Als besondere Herausforderung erwies sich die Übersetzungsarbeit der alten Schriften. Diese waren in Sütterlin ver- faßt, einer nicht mehr gängigen Schrift. 4 1/2 Jahre haben die Chronisten an der Dorfhistorie gearbeitet. Herausgekommen ist ein Werk, das laut Kracht erweiter- bar ist und nicht nur Einblicke in die Geschichte des Ortes gibt, sondern auch „mit falschen Erzählungen“ aufräumt.
So ist Stüde keine ehemalige Wüstung, ein Ort der verlassen und wiederbelebt wurde. Über das Ortswappen gibt es allerdings zu viele Variationen und darum wird es im Buch nicht näher erwähnt. Warum die weiße Gans im Wappen vor einem roten Hintergrund steht und ob das Podest einen Bretterzaun darstellt, bleibt Spekulation. „Wahr ist, daß es Gänse im Ort gab“, bestätigte Kracht, „ob es nun eine Gänsemisse oder einen Dorfplatz mit Gänsen gab, bleibt Legende.“
Auch das Ortsjubiläum müsse nun anders datiert werden. Bisher glaubte man, Stüde wäre 1650 erstmals urkundlich erwähnt worden. Die Dorfchronisten fanden ihren Ort bereits in einer Steuerschrift aus dem Jahre 1564: „Das bedeutet, daß wir in zwei Jahren 444 Jahre Stüde feiern können.“
Reißenden Absatz fand das Dorfbuch, als die Exemplare zum Verkauf standen. Und wer sich nicht in die meterlange Schlange einreihen wollte, wurde bestens mit Kaffee und Kuchen von den Landfrauen versorgt. Einem Sprichwort zufolge heißt es: „Wer keine Geschichte hat, der wird vergessen“. Das kann den Stüdern jetzt nicht mehr passieren.